#Kindle DX im Test

veröffentlicht am 1. Juli 2009

Erstaunlich schnell wurde der neue Kindle DX geliefert. Auch wenn er in absehbarer Zeit nicht in Europa erhältlich ist, kann man den Kindle problemlos über eBay kaufen.

Vorneweg der erste Eindruck: Nicht übel! Eigentlich sogar sehr gut! Gegenüber dem Kindle 2 fallen folgende Punkte positiv auf:

  • Der Kindle DX liest problemlos PDF-Dokumente. Das heisst, dass ich alle meine eigenen Texte, von der Bibliothek lizenzierte eBooks (meist kapitelweise) oder frei erhältliche PDF-Dokumente (ohne DRM) auf den Kindle DX laden kann. Man ist also nicht mehr vom Mobipocket-Format abhängig.
  • Der Bildschirm ist so gross, dass auch reine Bild-Dokumente (PDF ohne OCR) gut gelesen werden können. Der Bildschirm ist mehr als doppelt so gross wie beim Kindle 2 oder beim Sony PRS. Der Effekt für die Lesbarkeit der Dokumente ist enorm. Waren bei den kleineren Modellen ältere Texte, die nicht OCR hinterlegt hatten, völlig unlesbar, erscheinen auf dem DX auch die digitalisierten alten Drucke in sehr gut lesbarer Form. Bei „normalen“ Texten muss bei gleicher Schriftgrösse weniger geblättert werden.
  • der Kindle DX erkennt (auf Wunsch) automatisch, wenn die Anzeige im Querformat erfolgen soll. Das erhöht die Lesbarkeit nochmal, denn durch Kippen wird die Schrift  auf die Bildschirmbreite angepasst und vergrössert. Einziger Nachteil: die Tasten fürs Umblättern sind dann unten am Bildschirmrand und nicht mehr so einfach zu erreichen.
  • Eine schlichte Lederhülle schützt den Kindle DX. Die weisse Oberfläche ist ohne Hülle sehr schnell verschmutzt.

Nachteile? Die Vorteile haben natürlich ihren Preis, bei eBay-Händlern aktuell 468 Euro. Hinzu kommen noch Versandkosten. Gegenüber dem Kindle 2 fällt auf, dass die Tasten am linken Rand (vor- und zurückblättern) weggefallen sind. Ich weiss noch nicht, ob ich sie vermissen werde… Die Tastatur am unteren Rand hat eher leichter zu bedienende Knöpfe als das Vorgängermodell. Die Zahl der Knöpfe ist reduziert, da der Nummernblock als Tastenbelegung in die QWERTY-Tastatur integriert ist.

Vergleichen wir einen von der ETH-Bibliothek digitalisierten älteren Text, nämlich die Geschichte der Vermessungen in der Schweiz von Rudolf Wolf, auf den beiden Kindle-Geräten. Nur der Kindle DX zeigt das Dokument im PDF-Format an. Für den Kindle 2 muss es zunächst ins Mobipocket-Format umgewandelt werden (mit MobiPocket Creator). Das Resultat ist ein nicht wirklich lesbares Dokument. Das PDF als Bild lässt sich auf dem Kindle 2 nicht vergrössern und erscheint negativ (schwarzes Blatt mit weisser Schrift), wogegen derselbe Text auf dem Kindle DX sehr gut leserlich ist (siehe unten). Einen anderen Versuch unternehme ich mit einem Mobipocket-Dokument aus dem Gutenberg-Projekt. Auf beiden Readern ist der Text von Georg Büchner, Dantons Tod, einwandfrei zu lesen. Nur hat auf dem DX ungefähr drei Mal so viel Text Platz, was weniger Blättern und mehr Komfort bedeutet.

Hier die Grössenverhältnisse im Bild: Links der Kindle 2 mit einer Seite aus einem eBook, rechts der Kindle DX im Querformat mit einem alten Buch im PDF-Format.

Fazit: Der Kindle DX überzeugt mit einem sehr gut lesbaren Bildschirm und der Öffnung gegenüber dem PDF-Format. Ich freue mich auf die Lektüre unterwegs…