#Kindle drahtlos nutzen

veröffentlicht am 13. August 2009

Für die Nutzung der eBook Reader ist entscheidend, wie die eBooks auf den Reader gelangen. Amazon bietet für den Kindle bekanntlich das proprietäre WiFi-Netz „Whispernet“ an. In Europa hat man nichts davon, da der Dienst vorläufig nur in den USA angeboten wird. Angeblich ist die Einführung des Kindle in Deutschland an den unterschiedlichen Vorstellungen von Amazon und der Telecom-Firmen über den Preis für die Nutzung des Mobilfunknetzes für Whispernet gescheitert. Auf einer Reise in die USA hatte ich nun Gelegenheit, Whispernet im Einsatz zu erleben. Und ich bin ziemlich begeistert, muss ich zugeben. Zuerst muss ich vorausschicken, dass ich mich in einer Grossstadt (Boston) aufgehalten habe. Whispernet ist, so viel ich weiss, nicht flächendeckend zu haben. Man muss sich also schon vor der Abreise in die Wildnis oder in die Berge mit eBooks eindecken.

Auffallend war, wie schnell sich der Kindle DX mit dem Kindle-Store verbunden hat und die Buchtitel geladen hat. Der Stromverbrauch ist auch nicht übermässig gestiegen. Der Kindle hat eine längere Zeit ohne Neuaufladung gut überstanden. Das mitgebrachte Kabel konnte im Koffer bleiben.

Einmal mit dem Kindle-Store verbunden kommt eine Stärke des Amazon-Pakets voll zum Tragen: das riesige und qualitativ absolut hochstehende Angebot an eBooks. Allerdings nur in englischer Sprache. Es gibt kein einziges Buch in deutscher Sprache, was angesichts der Beschränkung auf den US-Markt verständlich ist, aber mir halt doch negativ aufgefallen ist. Aber auf Englisch gibt es eine fast unbgrenzte Auswahl an aktuellster Literatur, ob Belletristik oder Fachbücher. Und man lädt die Bücher schnell mal im Hotelzimmer, im Café oder im Flughafen. Kleiner Wermutstropfen: wer keine Kreditkarte mit US-Adresse besitzt, kann keine Bücher kaufen und keine Zeitungen oder Zeitschriften abonnieren. Bei den Büchern kann man sich aber jeweils ein Sample von ein paar Seiten herunterladen. Dadurch hat man immerhin einen Eindruck von der Qualität der eBooks. Und da würde ich bei reinem Text die Höchstnote vergeben.

Und ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich morgens aufstehe und mir die neuste Ausgabe der abonnierten Tageszeitung direkt über Whispernet auf den Kindle laden könnte. Nicht übel die Vorstellung. Leider konnte ich es mangels US-Kreditkarte nicht testen. Aber auch die begrenzte Nutzung hat mich darin bestätigt, dass der Kindle DX ein weiterer Schritt in eine Zukunft ist, in der sich unsere Lesegewohnheiten dramatisch verändern werden. Es fehlen noch zwei-drei wichtige Elemente für den Durchbruch, aber der wird in den nächsten Monaten erfolgen, da bin ich mir schon ziemlich sicher.