iRex Digital Reader im Praxistest

veröffentlicht am 24. März 2010

Er ist nicht gerade taufrisch, der iRex Digital Reader 1000S. Er fristete bei uns an der ETH-Bibliothek ein Mauerblümchendasein, bis ich ihm die gebührende Beachtung schenkte. Er kam seinerzeit als Lieferantengeschenk zu uns und weigerte sich hartnäckig, sich in Betrieb nehmen zu lassen. Eine gewisse Störrigkeit lässt sich dem an und für sich beeindruckenden Gerät tatsächlich nicht absprechen.
Die technischen Daten sowie gewisse Funktionalitäten sprechen durchaus für den iRex Digital Reader 1000S: Er verfügt über das momentan grösste Display mit 10.2 Zoll und 1024×1280 pixeln bei 16 Graustufen. Zudem bietet die Wacom-Penabled-Technologie die Möglichkeit, auf dem Touchscreen per Stift handschriftliche Notizen zu machen. Diese wiederum lassen sich anschliessend mit Hilfe der iRex Companion Software ins PDF integrieren („mergen“). Das PDF-Dokument mit intergrierten Notizen lässt sich dann auf den PC übertragen. Damit hat der iRex bezüglich Funktionalität die Nase (immer noch) vorn. Einschränkungen gibt es bezüglich der unterstützten Formate: der iRex unterstützt das EPUB-Format nicht, sondern setzt auf PDF und Mobipocket. Wobei ich ein im Kindle-Store gekauftes Buch nicht auf den iRex laden konnte. Die Auswahl der Titel ist somit stark eingeschränkt.
Aber eben: der iRex macht es einem nicht gerade leicht, seine Funktionen zu schätzen. Der iRex verhält sich ziemlich divenhaft. Man kann ihn per USB an den PC anschliessen, und in 9 von 10 Fällen passiert gar nichts. Ab und zu gelingt die Verbindung, und die Software wird gestartet. Dann wird der iRex auch von Calibre erkannt und kann mit eBooks bestückt werden.
Nach einigen Versuchen habe ich den Eindruck, dass ein Dokument geöffnet sein muss, wenn der iRex per USB mit dem PC verbunden ist. Dann wird er jeweils erkannt. Der Reset-Button ist eine häufig genutzte Funktion…
Mit dem Stylus und Tochscreen lässt sich ganz ordentlich navigieren. Allerdings gerät man sehr oft aus Versehen auf die Tasten zum Blättern. Zudem sind die Funktionen nicht gerade intuitiv. Das alles führt dazu, dass man nicht so richtig warm wird mit dem iRex. Und wenn man den stolzen Preis von Fr. 899.- (bei digitec) oder 587.- Euro (bei iRex) betrachtet, wird man sich den Kauf wohl nochmals überlegen. In den Userforen liest man zudem häufig davon, dass der Screen sehr empfindlich sei und leicht kaputt gehe. Kaufempfehlung wird deshalb an dieser Stelle keine ausgesprochen…

der iRex mit einem handschriftlich bearbeiteten PDF-Dokument