Inhalte fürs iPad: eigene Digitalisate

veröffentlicht am 18. Mai 2010

In einem Beitrag der NZZ über den iPad-Test an der Universitätsbibliothek Lausanne hiess es, man prüfe, ob man Applikationen fürs iPad entwickeln könne, um die vielen digitalen Inhalte anbieten zu können. Ich habe es andersrum geprüft: inwiefern lassen sich mit den verfügbaren Applikationen die an der ETH-Bibliothek digitalisierten Inhalte anzeigen?
Erste Wahl ist hierbei GoodReader, der bestens mit PDF-Dokumenten umgehen kann.

1. ETH E-Collection: Mit GoodReader lassen sich die PDF-Dokumente vom Dokumentenserver der ETH Zürich einfach herunterladen und anschliessend in Ordnern ablegen. Danach können die Dokumente offline gelesen werden. Alles bestens, also.

2. E-rara.ch: Schon die Webseite sieht mit Safari auf dem iPad wie dafür geschaffen aus. Auch Blättern in den Dokumenten, Darstellen der Thumbnail-Übersicht funktionieren bestens. E-rara.ch bietet zudem die Funktion, komplette PDF-Dokumente herunterzuladen. Auch das klappt mit dem GoodReader so gut, dass man meinen könnte, e-rara sei dafür optimiert worden. Nun kann man offline in den PDF-Dokumenten blättern und über die hohe Auflösung der Digitalisate staunen. Test bestanden!

Screenshot vom iPad: das Webangebot von e-rara.ch mit einer Seite in Detailansicht

3. E-Pics: Die Bilddatenbank E-Pics bietet neben der Funktion für die externe Bildnutzung auch interne Funktionen. Mit der entsprechenden Berechtigung kann man Bilder auch in hoher Auflösung herunterladen. Das hat vom iPad aus bestens funktioniert, wobei das Bild nach dem Download ebenfalls in GoodReader geöffnet wird und von dort in der Fotosammlung abgespeichert werden kann. Hier steht das Bild dann weiteren Applikationen wie Pages oder Keynote zur Verfügung und kann also in Texte oder Präsentationen integriert werden. Tönt nicht schlecht, oder?

Screenshot vom iPad: Seite Bildangaben mit Downloadfunktion

E-Pics leidet aber unter dem fehlenden Flash auf dem iPad: die Zoomfunktion in der Detailansicht funktioniert deshalb nicht. Ein kleiner zusätzlicher Hinweis: wenn man ein Bild im Browser geöffnet hat, kann man etwas länger aufs Bild tippen, dann erscheint der Dialog, ob es in die Fotosammlung aufgenommen werden soll. Geht übrigens auch beim iPhone. So gelangen die unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichten Bilder auch aus der Google-Bildsuche aufs iPad oder iPhone. Ohne eigens entwickelte Applikation.

Fazit: die Online-Angebote der ETH-Bibliothek sind durchaus „iPad kompatibel“. Oder ist es wohl eher umgekehrt?