Erste Erfahrungen mit dem Sony prs-505

veröffentlicht am 13. März 2009

Der Sony-Reader ist ja ab heute in Deutschland in den Läden. Doch das gute Teil ist ja nicht neu, sondern war in den USA schon seit längerer Zeit erhältlich. Die ETH-Bibliothek hat sich letzten Sommer ein Sony prs-505 gekauft, um die Anwendung zu testen. Hier mein persönlicher Eindruck:

Es ist ein edles Teil, das sich in einer dunkelblauen Lederhülle präsentiert. Die Inbetriebnahme ist relativ einfach: CD installieren und dann den Sony prs-505 mit dem beigelegten USB-Kabel am PC verbinden. Dabei wird der Akku aufgeladen – ein anderes Netzgerät liegt nicht bei.

Der erste Eindruck bei Freunden und Familie: das Teil sieht edel aus. Aber keiner kann sich vorstellen, deswegen auf Bücher zu verzichten. Ein Argument leuchtet ein – nachdem ich gerade mit der Familie in den Ferien war und wir vermutlich mehr als 10 Kilo Bücher mitgeschleppt hatten: Ich würde mir diesen Ballast ersparen. Aber das Gegenargument folgt sogleich: Tja, ich hätte meine Bücher elektronisch dabei gehabt, aber es hätte für jedes Familienmitglied einen prs-505 gebraucht – eine ziemliche Investition (für die ganze Familie würde das bei uns also $ 2400.- ausmachen…).

Sobald der Akku geladen ist, kann man mit den vorinstallierten Leseproben starten. Ich versuche es mit Alan Greenspan’s „The Age of Turbulence – Adventures in a New World“ von Penguin Press, New York 2007. Es werden 120 Seiten angezeigt, wobei klar ist, dass die Seite im E-Book nicht einer Seite im gedruckten Buch entspricht. Schon ein erster Zweifel im Hinblick auf die Nutzung des Readers im wissenschaftlichen Bereich: Kann ich denn aus dem E-Book zitieren, wenn die Seitenzahl nicht mit der Print-Edition übereinstimmt? Wenn ich die Lupe wähle und damit die Anzeige vergrössere, umfasst das Werk dann 166 Seiten, bei der nächsten Vergrösserung 267 Seiten. Hm…

Interessant scheint mir auch, dass die angegebene ISBN im WWW nicht gefunden wird. Die Print-Version trägt die ISBN9781594201318 und umfasst 531 Seiten.

Noch vor dem eigentlichen Text wird ein umfangreicher Copyright-Hinweis angezeigt. Eigentlich müsste ich das E-Book vermutlich gleich wieder schliessen, denn es wird mir untersagt, das Buch oder Teile davon ohne Zustimmung des Rechteinhabers zu reproduzieren, zu speichern oder zu übertragen. Darf ich es dann auf meinen PC übertragen oder vom PC auf den Reader? Darf ich es dann auf dem PC und dem Reader speichern?

Doch nun zum Text und zum Lesevergnügen. Der Text ohne Abbildungen ist sehr gut leserlich. Die Schrift ist brillant, der Kontrast auch ohne Hintergrundbeleuchtung sehr stark. Dieses spezifische E-Book lässt sich in der Schrift vergrössern. Auch die geringste Grösse ist noch sehr grosszügig und gut leserlich. Allerdings entspricht der Inhalt wohl höchstens einer halben gedruckten Seite. Man muss also sehr schnell wieder blättern, was über einen gut erreichbaren Button an der Seite des Bildschirms bequem gemacht wird. Das Umblättern erfolgt ohne grosse Verzögerung. Ein kurzes Aufblitzen des invertierten Bildschirms (weisser Text auf schwarzem Hintergrund), dann erscheint der Text schwarz auf weiss.

Sony Reader PRS-505

Ich kann über einen entsprechenden Button im unteren Steuerungsbereich auch eine Bookmark setzen, die als „Eselsohr“ in der rechten oberen Ecke sichtbar wird. Über das Hauptmenu kann ich die gesetzten Bookmarks auch nach Ausschalten des prs-505 gleich wieder ansteuern. Über das Manu „Continue Reading“ fahre ich dort weiter, wo ich das Buch zuletzt verlassen habe.

Als weitere Navigationshilfe wird auch das Inhaltsverzeichnis angezeigt und kann über das Menu aufgerufen werden.

Der matte Bildschirm ist bei indirektem Licht und Tageslicht sehr gut leserlich, es gibt nur wenig Spiegelung. Unangenehm ist es nur, wenn man – wie bei gedruckten Büchern üblich – den Reader unter einer Leselampe benutzen will. Dann kann die Spiegelung durchaus stören.

Der erste Eindruck beim Lesen eines reinen Textes ist also durchaus angenehm. Ich möchte nun eine Passage des Textes kopieren. Dazu muss ich in die Anwendung eBook Library wechseln, die ich mir auf dem PC installiert habe.

Die Erfahrungen mit der eBook Library folgen in einem nächsten Beitrag.