#eReader an der Frankfurter Buchmesse

veröffentlicht am 16. Oktober 2009

Auch an der diesjährigen Buchmesse #fb09 waren eReader ein präsentes Thema, aber sicherlich kein dominierendes. Es wurde an vielen Orten, auf verschiedenen Foren und Plattformen über die Zukunft des Buches und des elektronischen Publizierens und Lesens diskutiert, aber die Reader standen dabei nicht im Vordergrund.

Viel Aufhebens wurde im Vorfeld um die Lancierung des txtr Reader gemacht. An der Buchmesse wurde nun der Prototyp vorgestellt, der gegen Jahresende für 320 Euro verfügbar sein soll (vgl. dazu den ausführlichen Bericht auf heise.de). Mich persönlich hat die Navigation über einen seitlichen, schmalen Touchpad nicht überzeugt, und auch die Grösse (oder eben die Kleine) des Bildschirms mit 6 Zoll hat mich enttäuscht. Ich zweifle zudem, dass die Kombination mit einem Abo (monatlich 12-15 Euro) bei den Nutzern auf Begeisterung stossen wird. Positiv zu bemerken sind die offenen Schnittstellen. Die Web-Plattform www.txtr.com soll als Schaltstelle für den Bezug und die Verwaltung eigener und gekaufter Texte und eBooks dienen. Grundsätzlich ein interessanter Ansatz.

Zu sehen waren natürlich auch die bereits lieferbaren Geräte von Sony, auch der neue Sony Touch, der in 14 Tagen im Handel erhältlich sein soll. Auch das schon länger verfügbare jetBook von ECTACO (mit 5-Zoll-Display) wurde gezeigt.

Mehrere Anbieter aus Asien stellten ihre zum Teil bekannten, zum Teil neuen Produkte vor, alle mit 6 Zoll-Display und eInk-Technologie:

Nuut mit integriertem Adobe Reader Mobile, der von der schwedischen Firma Royal-Line vertrieben wird. Herausragende Funktion ist hier der Wechsel per Knopfdruck für Linkshänder. Die Steuerung über mehrere aktive kleine Buttons ist aber nicht wirklich intuitiv, und das Gerät ist relativ dick und schwer (300g).

Hanvons WISEreader mit mehreren Modellen, darunter eines (N518) mit Handschriftenerkennung. Die Notizen sind aber an das Gerät gebunden und können nicht weiterverarbeitet werden. Hanvon nutzt hier die Erfahrung  aus der Produktion eigener Grafik-Tablets. Weitere Geräte des grössten chinesischen Herstellers sind geplant, u.a. das Modell WISEreader N520 mit Tastatur, das dem Kindle 2 ähnlich sieht.

Eine neuer Anbieter aus China war für mich Longshine. Der eReader Shinebook ist sehr einfach zu bedienen und läuft entweder mit Adobe oder Mobipocket reader. Das Gerät wirkt etwas gar leicht und zerbrechlich, könnte als günstiger Reader durchaus eine Rolle spielen. Aber dann müsste er für deutlich unter 200 Euro verkauft werden.

Am Stand von Blackbetty, dem Spezialisten für mobile Books, konnte man den Prototypen eines eReaders mit farbiger e-Ink von Fujitsu bewundern. Es handelt sich um den bereits im Frühjahr in Japan lancierten FLEPIa. Dort ist er für rund 775 Euro zu haben.

Fazit: viel Weltbewegendes war nicht zu sehen. Amazons Ankündigung, den Kindle jetzt auch nach Europa zu bringen oder Googles neue Pläne mit Google Editions scheinen mir wichtiger als diese Geräte, die mehr oder weniger auf derselben Technologie basieren.